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Die Welt der Bücher

Zum Sachbuch „Die gläserne Mauer“

Gerade ist das Sachbuch „Die gläserne Mauer in Deutschland“ erschienen, das sich mit der Rückkehr deutscher Juden nach der Nazizeit beschäftigt. Wie kann man als Jude jetzt noch in dem ehemals von Nazis regierten Deutschland überhaupt noch leben, das ist die Frage, die den Verfasser nicht los gelassen hat.

Der französische Journalist Olivier Guez hast in den Jahren 2005 bis 2009 in Berlin gelebt und sich dort intensiv mit der deutschen Geschichte beschäftigt. Er schiebt über den Fall der Mauer und die Unmöglichkeit zurückzukehren. Im Original heißt das Buch ja auch: „Unmögliche Rückkehr“. Wie ist Deutschland mit Überlebenden des Massenmordes und deren Angehörigen, die das überlebt haben umgegangen? Das Thema ist groß, aber auch politisch, psychologisch und historisch überaus peinlich.

Oliver Guez hat in New York, in Paris oder in Brüssel geschaut und gefragt. Aber immer wieder führte ihn das Thema nach Berlin. Er hat viele Gespräche mit Persönlichkeiten geführt, hat Lebensläufe gesammelt und unendlich viele Bücher und Archivakten gelesen. Er stellt letztlich fest, dass die, die Juden, die nach Deutschland zurück kamen sich oft nicht wohl fühlten und meist abgeschottet und immer mit einem Argwohn lebten. Sie fassten nie richtig Fuß und saßen irgendwie immer auf gepackten Koffern. Das stellt Oliver Guez am Ende definitiv fest.

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