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Die Welt der Bücher

Über Robert Castels Buch „Krise der Arbeit“

Der angesehene französische Soziologe Robert Castel fragt in einer von ihm gerade herausgegebenen Studie zur „Krise der Arbeit“ nach unserem sozialen Schicksal. Was wird nach den Jahren des Wohlstands? Wenn Menschen keinen Job haben, können sie dann einen Platz im Leben der Gesellschaft finden?

Im Jahre 2011 stehen Arbeitssuchende Schlange nach Arbeit. Die Zuversicht des Nachkriegsbooms kam in den siebziger Jahren zum Ende. Die Geschichtswissenschaft sieht diese Zeit in den westlichen Industriestaaten als tief greifende ökonomische Veränderung.

Castel spricht in diesem Buch von einer »großen Transformation«. Er erkennt markante Umbrüche heute vor allem in der Deregulierung der Arbeitsverhältnisse, im Umbau der sozialen Systeme und in der »Entkoppelung« von Langzeitarbeitslosen und sogenannten ethnischen Minderheiten. Deren Mitglieder werden nicht mehr als gleichwertige Menschen anerkannt und behandelt.

Der Autor führt in diesem Buch Überlegungen weiter, die er fünfzehn Jahre vorher in seinem viel beachteten Buch „Die Metamorphosen der sozialen Frage“ schon behandelt hat. Für ihn bildet die Arbeit weiterhin den Kernpunkt der sozialen Frage. Ein wesentlicher Teil des sozialen Lebens ranke sich um die Qualität der Lohnarbeit.

In Frankreich werden heute aber Menschen, die nicht arbeiteten verdächtigt, kontrolliert und zur Aufnahme jeder Art von Arbeit gezwungen. Sozialhilfeempfänger werden als Parasiten diffamiert.

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