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Die Welt der Bücher

Über Julian Assanges Buch „Tatsachenroman“

1997 kam auf Englisch ein Buch heraus, das Julian Assange gemeinsam mit einer Journalistin Namens Suelette Dreyfus geschrieben hat. Assange war damals in der Computerszene als berühmter Hacker bekannt. Unter anderem war er bestens gesicherte Computersysteme eingebrochen. Er flog auf und wurde von der australischen Strafverfolgung zu einer Geldstrafe verurteilt, die milde ausfiel.

UndergroundDer Titel des Buches lautet „Underground“. Assange lieferte dazu vor allem Material aus seiner eigenen Hackerbiografie als Mendax. Suelette Dreyfus machte daraus relativ flüssige Erzählung, die immerhin 600 Seiten umfasst. Da Julian Assange heute eine fast mythische Figur in den Medien geworden ist, gewinnt das Buch natürlich auch an Bedeutung.
14 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung gewinnt das Buch natürlich jetzt an Bedeutung. Es wurde gerade in Deutsch herausgegeben und trifft nun auf eine neue Rezeptionshaltung. Die „Weltmacht“ WikiLeaks scheint es, kriegt nun endlich auch ihren Coming-of-Age-Roman. Im Deutschen heißt das Buch „Tatsachenroman“. Alles, was sie aus der Welt der frühen Hacker Jahre zu berichten haben soll möglichst genau und verifizierbar sein.

Die Hacker Szene organisiert sich um nicht für alle zugängliches Wissen. Aber es geht dabei nicht um Schwärmerei. Die Triebkraft der Dynamik des frühen Hackertums wurzelt in der Kombination aus Illegalem und Exklusivem, einer Welt, in der Mädchen fast nicht vorkommen. Über die Möglichkeit des Zutritts entscheidet nicht die soziale Herkunft, sondern das technische Talent. Hackertum ist heute Technik und soziale Praxis in einem.

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